Entmagnetisierung
Entmagnetisierung nach der Magnetpulverprüfung.
Nach der Magnetpulverprüfung verbleibt im Bauteil häufig ein Restmagnetismus. Je nach Werkstoff, Bauteilgeometrie und späterem Verwendungszweck kann dieser unerwünscht sein und nachfolgende Fertigungs- oder Montageprozesse beeinträchtigen. Deshalb wird das Bauteil nach der Prüfung bei Bedarf fachgerecht entmagnetisiert und der verbleibende Restmagnetismus anschließend überprüft.
WARUM IST EINE ENTMAGNETISIERUNG ERFORDERLICH?
Ein erhöhter Restmagnetismus kann verschiedene Auswirkungen auf die Weiterverarbeitung und den späteren Einsatz eines Bauteils haben. So können ferromagnetische Partikel wie Metallspäne oder Schleifstaub an der Oberfläche haften bleiben. Darüber hinaus können Messungen beeinflusst, Schweiß- oder Bearbeitungsprozesse erschwert und empfindliche Baugruppen in ihrer Funktion beeinträchtigt werden.
Aus diesem Grund ist die Entmagnetisierung in vielen Bereichen des Maschinenbaus, der Automobilindustrie, der Luft- und Raumfahrt sowie der Energietechnik ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung.
ENTMAGNETISIERUNGSVERFAHREN
Die Entmagnetisierung erfolgt durch ein kontrolliert abklingendes Magnetfeld. Je nach Werkstoff, Bauteilgeometrie und Magnetisierungsverfahren kommen Verfahren mit abklingendem Wechselstrom oder abklingendem Gleichstrom zum Einsatz.
Durch die schrittweise Verringerung der Magnetfeldstärke werden die magnetischen Domänen neu ausgerichtet, sodass der Restmagnetismus auf ein technisch unkritisches Maß reduziert wird. Ziel ist es nicht, das Bauteil vollständig magnetfeldfrei zu machen, sondern den Restmagnetismus auf den geforderten Grenzwert zu reduzieren.
KONTROLLE DES RESTMAGNETISMUS
Nach der Entmagnetisierung wird der verbleibende Restmagnetismus mit geeigneten Magnetfeldmessgeräten überprüft. Die zulässigen Grenzwerte richten sich nach den jeweiligen Kundenanforderungen, Werksspezifikationen oder den anzuwendenden Normen und Prüfvorschriften.
Erst wenn der geforderte Restmagnetismus erreicht ist, gilt der Entmagnetisierungsvorgang als abgeschlossen. Dadurch wird sichergestellt, dass nachfolgende Fertigungsprozesse sowie der spätere Einsatz des Bauteils nicht durch unerwünschte magnetische Einflüsse beeinträchtigt werden.